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	<title>TODO von Timucin Jens Karatas</title>
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	<description>Das Online-Buch TODO von Timucin Jens Karatas</description>
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		<title>Yammi!</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Dec 2012 23:15:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adminTai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum durch die Tür getreten erfassen uns auch sogleich die Ausläufer des Stimmensturms vor uns. Einzelne Wortfetzen sind nur schwer zu fassen. Wolken aus Klatsch und Tratsch, Erzählungen und Gelächter lassen Tropfen aus Worten auf uns niederprasseln, die in Rinnen aus Sätzen an uns heruntergleiten. Hinter uns erklingt das Glockeninferno erneut, als die Tür sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum durch die Tür getreten erfassen uns auch sogleich die Ausläufer des Stimmensturms vor uns. Einzelne Wortfetzen sind nur schwer zu fassen. Wolken aus Klatsch  und Tratsch, Erzählungen und Gelächter lassen Tropfen aus Worten auf uns niederprasseln, die in Rinnen aus Sätzen an uns heruntergleiten. Hinter uns erklingt das Glockeninferno erneut, als die Tür sich in ihren Rahmen schmiegd, der sie schon freudig erwartet hat. Wie ein altes, verliebtes Ehepaar stehen sie da. Allen Widrigkeiten des Lebens trotzend. Immer freundlich, lächelnd und geduldig auf die Gäste wartend. Ein eingespieltes Team, das weiß, wie man sich über Jahre so gut hält. Schanieröl ist der Kitt in Ihrer Beziehung.</p>
<p>&#8220;Dann suchen wir uns mal ein gemütliches Plätzchen.&#8221; Höre ich ein Flüstern durch den Sturm an mein Ohr heranschleichen.</p>
<p>Valerie und ich laufen durch den Irrgarten aus besetzten Stühlen, faul auf dem Boden liegenden Hunden und herumalbernden Kindern. Zwischen den Reihen sausen Kellner und Bedingungen &#8211; Servicekräfte, wie man sie heutzutage nennt -hin und her. Immer sicheren Trittes, Getränke und Essen balancierend.</p>
<p>Zielsicher, wie von einem Traktorstrahl gezogen, steuern Valerie und ich auf den nächsten freien Tisch zu. Wir nehmen Platz und werfen beide einen Blick in die Karte, auch wenn wir eigentlich schon wissen, was wir bestellen möchten. Es gehört aber zu den Ritualen, welche man immer wieder auf der ganzen Welt beobachten kann.</p>
<p>Mein Blick gleitet in den Raum. Von Stuhl zu Stuhl. Von Tisch zu Tisch.</p>
<p><em>Hmm&#8230; ganz schön viel los heute. Kaum noch freie Tische. Hat sich wohl langsam herumgesprochen, dass es Brunchen hier sehr gut ist. Manchmal frage ich mich welche Geschichte all die Menschen erlebt haben&#8230;</em></p>
<p>Für einen kurzen Moment bleibt mein Blick hängen, als ob irgendetwas meinen Kopf festhalten würde und meine Augäpfel mit Tesa befestigt hätte.</p>
<p>Eine Flut aus Gedanken und Bildern von gestern Abend überkommen  mich.<br />
<em>Das kann nicht sein&#8230; wäre ja übelster Zufall. Da sitzt sie, das Mädel von gestern Abend. Ich sollte mal Valerie Fragen, wer das ist.</em></p>
<p>Ich fasse mich wieder und falle  zurück in das Jetzt und Hier. Wende mich meiner Begleitung zu.</p>
<p>&#8220;Hey Valerie. Kennst du die da drüben?&#8221; Ich zeige mit meiner linken  Hand in die Richtung der Person meines kurzweiligen Erstaunens. Aus der schnellen Bewegung heraus knallt mein Arm in eine Bedienung. Die nächsten Sekunden kommen mir vor wie Minuten.</p>
<p>Durch den Stoß mit meinem Arm kommt die Kellnerin ins Straucheln. Zu allem Unglück hat sie noch ein voll beladenes  Tablett fest mit beiden Händen umklammert. Darauf  drängt sich eine Horde von Tassen, Tellern und Gläsern. Ängstlich schauen sie über den Rand und geraten ins Wanken. Mit klappernden Zähnen treten sie von einem Bein auf das Andere. Ihre Reisebegleiterin versucht sie durch wellende Bewegungen zu beruhigen. Doch Nichts hilft. Mit tosendem Geschrei, wie Passagiere auf einem untergehenden  Schiff, stürzen sie in die Tiefe. Wassermelonengleich schlagen sie auf dem Boden auf. Ein Meer aus Scherben verteilt sich auf dem Boden.</p>
<p>Mit großen Augen, offenem Mund, in Schockstarre verfallen, schaut die Kellnerin auf das Ergebnis dieses kleinen Remplers.</p>
<p>&#8220;Oh verdammen. Können Sie nicht aufpassen?!&#8221;</p>
<p>Mit charmantem Lächeln und entschuldigen Dackelblick antworte ich: &#8220;Entschuldigen Sie. Es tut mir aufrichtig leid. Hab` Sie einfach nicht kommen sehen.&#8221;</p>
<p>Man sieht ihr förmlich an, wie Ihr Ärger aus den Gesichtszügen weicht. Lächelnd antwortet sie: &#8220;Ist schon ok, passiert eben im Eifer des Gefecht`s .&#8221;</p>
<p>Erleichtert atme ich aus. Mir war nicht aufgefallen, dass ich bis jetzt alle Luftmoleküle in mir behalten hatte. Ein tiefer Zug Luft strömt sogleich wieder in meine Lungen.</p>
<p>&#8220;Kann man Ihnen irgendwie behilflich sein?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein, ist schon in Ordnung. Mit der Sauerei  komme ich schon zurecht.&#8221;</p>
<p>Neben mir hör ich ein leises Kichern. Nur im Augenwinkel hatte ich mitbekommen, wie sich Valeries Gesicht von Überraschung, über Entsetzen, hin zu eurer Schadenfreude verzerrt hatte.</p>
<p>&#8220;Typisch&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Was denn?!&#8221;  Entgegne ich entnervt.</p>
<p>¨War ja wieder klar, dass du Unfug treiben musst!¨</p>
<p>¨Ach komm, ist doch halb so wild.¨</p>
<p>&#8220;Ich glaube, deine Opfer denken da etwas anders drüber..¨ Ihr Blick wandert zu den Scherben auf dem Boden.</p>
<p><em>Na gut, sie hat ja Recht. Irgendwie schon schade um das ganze Geschirr. Aber so ist das Leben eben.</em></p>
<p>Ein verschmitztes Lächeln ist für einen flüchtigen Moment auf meinem Gesicht zu sehen.</p>
<p>¨Natürlich, du findest das mal wieder amüsant.¨</p>
<p>¨Klar. Gibt nichts Besseres, als ein bisschen Adrenalin im Blut.¨</p>
<p>In der Zwischenzeit hat die Servicekraft eine ganzes Bataillon von willigen Putzsoldaten aus dem Sanitätskorp an die Scherben-Front beordert. Mit großer Geschicklichkeit werden die Leichen vom Feld gefegt.  Rießige Pfützen werden aufgesaugt. Nach wenigen Minuten ist der Unglücksort gesäubert und es sieht aus als wäre nichts Geschehen wäre. In einem Sack verschwinden die Opfer hinter einer Tür und werden wahrscheinlich in die Mülltonne gesteckt, wo sie auf Ihre Reise ins Jenseits warten werden. Wenige Minuten später kehrt die Bedienung frisch zurechtgemacht und in frischer Arbeitskleidung an unseren Tisch zurück, um die Bestellung entgegenzunehmen.</p>
<p>¨Guten Tag, haben Sie sich schon entschieden?¨</p>
<p>¨Ich wollte mich nochmals entschuldigen für das kleine Missgeschick von gerade.¨</p>
<p>¨Ist doch kein Problem, passiert eben.¨</p>
<p>¨Ok, dann mal zum gemütlichen Teil. Valerie?¨</p>
<p>¨Ja?¨</p>
<p>¨Ladys first.¨</p>
<p>¨Ok. Ich nehme ein französisches Frühstück und dazu einen großen Milchkaffee.</p>
<p>¨Ein französisches Frühstück und einen großen Milchkaffee. Der Herr?¨</p>
<p>¨Moccacino und einen kleinen Frühstücksteller.¨</p>
<p>¨Einen Moccacino und einen kleinen Frühstücksteller. Darf es sonst noch etwas sein?¨</p>
<p>¨Fast hätte ich es vergessen. Ein kleines Mineralwasser. Danke.¨</p>
<p><em>Kaffee und Mineralwasser muss einfach sein&#8230; So kommt der Kaffeegeschmack besser raus und stört nicht beim essen&#8230;</em></p>
<p>Die Servicekraft macht ihre letzten Notizen und wendet sich uns kurz wieder zu.</p>
<p>¨Vielen dank.¨</p>
<p><em>Schon erstaunlich, in diesen modernen Zeiten noch mit Stift und Papier zu arbeiten, sieht man doch sehr selten. Das KaPla ist wohl doch noch sehr traditionsbewusst oder der Besitzer sehr antiquitiert.</em></p>
<p>¨Heute nicht so viel Hunger? Sonst langst du doch morgends auch immer zu.¨</p>
<p>¨Ach Valerie, wir waren wohl schon länger nicht mehr zusammen Frühstücken, ich esse schon lange nicht mehr so viel wie früher.¨</p>
<p>¨Wie kommt`s ?¨</p>
<p>¨Hatte es wohl noch nicht gemerkt. 10kg die letzten 5 Monate.¨</p>
<p>¨Nein, sieht man noch nix.¨ Verschmitzt lächeld sie mich an.</p>
<p><em>Da erwischt sie mich an meiner Wunden Stelle. Verdammt, manchmal sollte ich nicht so stolz sein&#8230;</em></p>
<p><em>&#8220;Aber sag mal, wie kam&#8217;s, dass du die Kellnerin Belästigt hast?&#8221; </em></p>
<p><em>Wieder dieses verschmitzte Lächeln&#8230;</em></p>
<p>&#8220;Eigentlich wollte ich nur wissen, wer das Mädel am anderen Tisch ist.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wen meinst du?&#8221;</p>
<p>&#8220;Da drübern.&#8221;</p>
<p>Vorsichtig schaue ich mich um. Dieses mal ist keine Gefahr in Verzug. Also strecke ich meinen Arm wieder aus und zeige auf 10 Uhr vor mir.</p>
<p>&#8220;Achso, du meinst &#8230;&#8221;</p>
<p>Mitten im Satz bringt die Kellnerin unsere noch vor Dampf wabernden Getränke.</p>
<p>&#8220;So, da hätten wir einmal den großen Milchkaffee für die Dame.&#8221;</p>
<p>Die Servicekraft nimmt die durch die Milch bräunlich wirkende Flüßigkeit in einer breiten und hohen Tasse von Ihrem Tablett und stellt es zu Valerie.</p>
<p>&#8220;Und dann noch einen Moccacino für den Herren.&#8221;</p>
<p>Wieder wandert ihre Hand geschmeidig zu einem hohen Glas und stellt mir das edle Getränke auf den Tisch.</p>
<p>&#8220;Plus ein Wasser. Ihr Frühstück dürfte auch in Kürze so weit sein.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach, dass hatte ich doch glatt vergessen. Wir würden gerne Ihr Brunch-Angebot in Anspruch nehmen, geht das denn noch?&#8221;</p>
<p>&#8220;Natürlich. Für beide?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, gerne.&#8221; Valerie hatte es wohl auch total vergessen nach dem kleinen Unfall.</p>
<p>&#8220;Dann serviere ich Ihnen gleich das Frühstück, alles weitere bekommen Sie dann am Büffet.&#8221;</p>
<p>Die Servicekraft gleite elegant zum nächsten Tisch und nimmt dort die nächste Bestellung entgegen.</p>
<p>&#8220;Fast hätten wir das ja vergessen. Dann ist wohl dein Plan, weniger zu essen für heute wohl passé?&#8221;</p>
<p>&#8220;Man muss auch einmal Ausnahmen machen, sonst macht es keinen Spaß.&#8221;</p>
<p>&#8220;Sag mal, was hattest du dir von gestern eigentlich erwartet? War ja schon ein wenig heftig, deine Party.&#8221;</p>
<p>&#8220;Sicherlich nicht, dass meine Nachbarn es überschwänglich begrüßen werden, wenn es dermaßen ausartet. Damit habe ich aber in keinster Weise geplant. Mehr als entschuldigen kann ich mich leider nicht.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ist schon ok, man muss auch einmal feiern können. Das nächste Mal nur etwas leiser und nicht ganz so lange.&#8221;</p>
<p>&#8220;Versprochen. So nun aber zu meiner Frage.&#8221;</p>
<p>&#8220;Eigentlich müssteste du Sie ja kennen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ernsthaft?&#8221;</p>
<p>&#8220;Klar.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ok. Bevor ich mich nun in Rätselraten übe und daran verzweifle &#8211; ich bin nicht gut in so etwas &#8211; verrate mir doch einfach den Namen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich will dich ja nicht foltern. Also&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Das Frühstück.&#8221;</p>
<p>Die Servicekraft hat zwei Teller mit einem köstlichen, kleinen Frühstück auf den Armen und stellt diese behutsam auf unseren Tisch.</p>
<p>&#8220;Wohl bekomm&#8217;s.&#8221;</p>
<p>Das lassen sich Valerie und ich nicht zwei mal sagen. Wir schnappen uns die Messer, die die Bedienung kurz nach den Tellern überreicht und machen uns über das Essen her.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Endlich. Brunchen!</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jul 2012 19:55:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adminTai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie zu erwarten war, wartet Valerie schon vor der Haustür. Freudig begrüßt sie mich. &#8220;Auch endlich fertig?&#8221; Sie hat echt ein nettes Lächeln. Grinsend antworte ich: &#8220;Das bin ich schon seit heute morgen. Aber für dich halte ich noch ein bischen durch.&#8221; &#8220;Wie du meinst.&#8221; Sie zwinkert mir zu und gähnt provozierend in Ihre Hand, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie zu erwarten war, wartet Valerie schon vor der Haustür. Freudig begrüßt sie mich.</p>
<p>&#8220;Auch endlich fertig?&#8221; <em>Sie hat echt ein nettes Lächeln.</em></p>
<p>Grinsend antworte ich: &#8220;Das bin ich schon seit heute morgen. Aber für dich halte ich noch ein bischen durch.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wie du meinst.&#8221; Sie zwinkert mir zu und gähnt provozierend in Ihre Hand, was ich aber gekonnt ignoriere.&#8221;</p>
<p>&#8220;Dann lass uns mal losmachen.&#8221;</p>
<p>Sie zieht ihren Autoschlüssel heraus und geht zu ihrem Wagen. Ein kleines rotes Cabrio. Schick anzuschauen und heute scheint auch noch die Sonne. Gespannt darauf, ob wir heute oben ohne fahren werden, stiefel ich ihr hinterher. Sanft drückt Valerie auf Ihren Schlüssel. Von Leichtigkeit beschwingt bewegen sich die Zahnräder im Türrahmen und geben mit einem leisen Knacken die Türe frei. Voller Begierde warten sie darauf, angefasst und hochgezogen zu werden. Sie schreien förmlich nach einer Berührung. Valerie und ich kommen diesem einfachen Bedürfnis nur all zu gerne nach. Die Türen werden aufgezogen und wir setzen uns fast gleichzeitig ins geschlossene Auto. Der Zündschlüssel wird eingeführt und die Zündung angeschalten. Strom durchfließt jeden Schaltkreis in der Elektronik. Ein Knopf in der Mittelkonsole wird von einem Finger angezogen und die Kraft des Stroms ergießt sich über einen Elektromotor, der das Verdeck  im Kofferraum verschwinden lassen soll. Elegant löst es sich von der A-Säule und schwingt sich bedächtig nach hinten. Das Verdeck faltet sich zu einem drittel seiner ursprünglichen Länge und wird dann im Kofferraum versenkt, der sich zuvor ohne Mühen und mit Hilfe eines weiteren Elektromotors geöffnet hatte. Keine 30 Sekunden später sind wir Startbereit.</p>
<p>&#8220;So. Schon viel besser. Ist ein Cabrio nicht einfach geil?&#8221; Man merkt Valerie an, dass es ihr ganzer Stolz ist.&#8221;</p>
<p>&#8220;Es hat schon was. Freiheit. Lebenslust. Wind in den Haaren.&#8221;</p>
<p>&#8220;Da erinnerst du mich an was.&#8221;</p>
<p>Sie beugt sich zu mir rüber und macht das Handschuhfach auf. Eine Hand gleitet suchend hinein und kommt kurze Zeit mit einem Schal wieder zum Vorschein.</p>
<p>&#8220;Den brauch ich jetzt, sonst sehe ich nachher aus wie eine Hexe nach einem Ritt auf Ihrem Besen.&#8221;</p>
<p>Haare werden nach hinten gelegt. Der Schal wird bedächtig auf das Haupt niedergelassen und an beiden Enden gefasst, einmal um die nach hinten gelegten Haare gewickelt und mit einem Knoten zur Vollendung gebracht. Kaum ist das geschehen, wird der Zündschlüssel weitergedreht und der Motor nimmt seine Arbeit auf.</p>
<p>Der Rückwärtsgang wird eingelegt. Geschmeidig dreht sich Valerie um und bewegt das Cabrio behutsam aus der Parklücke. Die Sonne lacht dabei in mein Gesicht und ich spüre die Wärme auf meiner Nasenspitze. Der erste Gang wird eingelegt und wir brausen  davon.</p>
<p>Unterwegs strömt der Wind und die gleisenden Sonnenstrahlen durch unser Haar. Ab und an glaube ich eine Mücke zu spüren. Mein Blick wird von einzelnen, fluffigen Wolken auf tief blauem Hintergrund gefangen. Minutenlang starre ich mit offenem Mund gen Himmel.</p>
<p>&#8220;Chrrr&#8221; <em>Verdammt&#8230; was zum&#8230;</em> &#8220;Chrrrrrr&#8221;</p>
<p>&#8220;Alles ok?&#8221; Werde ich von der Fahrerseite gefragt.</p>
<p>&#8220;Chrrr&#8230; ja&#8230; nein&#8230;ach verdammt, hab wohl gerade die Vorspeise gehabt.&#8221;</p>
<p>Man sieht förmlich die Fragezeichen über Valeries Kopf aufploppen.</p>
<p>&#8220;Nahrhaftes Eiweis in Form einer Mücke.&#8221;</p>
<p>Schallendes Gelächter erfüllt die verwirrbelte Luft. Ich kann nicht anders, als selbst in Gelächter zu fallen.</p>
<p>&#8220;Chrrr&#8221;</p>
<p>&#8220;Dann mal guten Appetit!&#8221;</p>
<p>&#8220;Chrrr&#8230; danke&#8230;&#8221;</p>
<p>Nach ettlichen weiteren Krächzern schaffe ich es dann endlich, die Fliege aus meinem Rachenraum zu  entfernen und schlucke sie danach ausversehen runter.</p>
<p><em>Na leeeeecker&#8230;, wohl bekomms&#8217;.</em></p>
<p>Die restliche Fahrt über sitzen wir entspannt nebeneinander. Ok, ich entspannt mit meinem jetzt geschlossenem Mund und starrem Blick gen Himmel. Valerie eher angespannt und über den Verkehr fluchend mit festem Griff das Lenkrad umklammernd. Ihre Nägel scheinen das Leder schier zu durchbohren. So komme ich mit einem dicken Grinsen und Valerie mit ihrem nicht zerzausden Haar und weniger grinsend in der Stadt an. Ein Parkplatz ist schnell gefunden.</p>
<p>Leichten Fußes schlendern wir an all den Tauben, Menschen und sonstigen Tieren vorbei, die sich wie eine Horde von Fliegen um den besten Kuhfladen der Stadt versammelt haben, auch bekannt als Sonntagsmarkt. Zielstrebig zum Ziel unserer Bruncheslust.</p>
<p>Die Tür öffnet sich mit einem leichten klingeln &#8211; heute morgen hätte mir das wohl den Gar aus gemacht, tödliches Kirchturm-Glockeninferno und ich stünde nicht unten, nein ich stünde direkt neben der Glocke &#8211; und wir betreten den von Gesprächen durchdrängten Raum&#8230;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Fertig machen und dann frühst…ähm brunchen</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 14:02:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adminTai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem Weg in die Dusche fällt mir ein, dass ich noch den Zettel in meiner Hosentasche habe.  Die nicht unterzeichnete Nachricht hätte ich schon fast vergessen. Mit meiner linken Hand ziehe ich ihn aus seinem dunklen Gefängnis. Neidisch lugt der Schlüssel dabei aus meiner rechten Hosentasche und man sieht ihm förmlich an wie sehr er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem Weg in die Dusche fällt mir ein, dass ich noch den Zettel in meiner Hosentasche habe.  Die nicht unterzeichnete Nachricht hätte ich schon fast vergessen. Mit meiner linken Hand ziehe ich ihn aus seinem dunklen Gefängnis. Neidisch lugt der Schlüssel dabei aus meiner rechten Hosentasche und man sieht ihm förmlich an wie sehr er sich ärgert, so missachtet zu werden. Kurzerhand klebe ich den Zettel an meine Türe in die Freiheit, damit ich ihn später nicht vergessen kann. Etwas erleichtert schaut mich der Schlüssel an, als ich ihn ans Tageslicht befördere. Freudiger Erwartung, dass er nun endlich abhängen darf, gleitet er leicht ins Schloss. Mit einem Handtuch bewaffnet stolziere ich in mein kleines Kabuff, was sich Bad schimpft. Dort angekommen blicke ich leidvoll an die kahle Stell, wo zuvor der Spiegel die nackte Wand bedeckt hatte. Ich wende mich dem Hahn zu und drehe das heiße Wasser auf. Das Handtuch lasse ich am Haken baumeln und entledige mich meiner Kleider. Als ich mich der Waschanlage für Humanoide zuwende höre ich einen stumpfen Ton aus Richtung des kleinen Kleiderhügels an mein Ohr dringen.</p>
<p><em>Wer ruft denn jetzt schon wieder an&#8230; Ich hab doch keine Zeit.</em></p>
<p>Ich wühle meine Hose aus dem Haufen. Der Klingelton wird immer lauter. Ich greife in die linke Hosentasche und ziehe mein Handy heraus. Die Blüte aus Geräuschen entfaltet nun seine volle Pracht. Meine Ungehaltenheit weicht einer wohligen Vorfreude als ich auf dem Display sehe, wer da anruft.</p>
<p>&#8220;Hi Jule.  Na? Was gibt&#8217;s zu so früher Stunde?&#8221;</p>
<p>&#8220;Hi. Hast du die Notiz schon gesehen? Und was heißt hier eigentlich früh?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ähm ja, egal. Den Zettel hab ich gesehen? Ist der von dir?&#8221;</p>
<p>&#8220;Klar.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wär schon schön gewesen, wenn du wenigstens dazu geschrieben hättest, dass der von dir ist. Rätsel am Morgen sind nicht so mein Ding.&#8221;</p>
<p>&#8220;Deshalb ruf ich ja an. Ist mir dann auch eingefallen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich keinen Plan habe was eigentlich morgen ist.&#8221;</p>
<p>&#8220;Damit hab ich auch gerechnet, aber hast du das echt schon wieder vergessen?&#8221; Man spürt förmlich die Enttäuschung durch die Leitung kriechen.</p>
<p>&#8220;Ähm. Sorry. Gestern war ein harter Abend und die Landung war nicht gerade sanft.&#8221; Säusle ich durch die Leitung</p>
<p>&#8220;Ja ok, dann helf ich dir mal auf die Sprünge&#8221; Erleichtert höre ich gespannt zu. &#8220;Heute Abend haben wir einen Termin, sei einfach um acht bei mir.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ok und wenn du mir dann noch verräts was wir vorhaben, wär ich dir dankbar.&#8221;</p>
<p>&#8220;Sei einfach um acht da.&#8221; Ich glaube ein leichtes Lächeln zu spüren.</p>
<p>&#8220;Ok, versprochen. Schreib&#8217;s gleich in meinen Terminplaner&#8221;</p>
<p>&#8220;Bis später.&#8221;</p>
<p>&#8220;Bis heute Abend.&#8221;</p>
<p><em>Wow, verdammter scheiß. Sowas passiert mir echt zu oft. Hoffe mal sie ist nicht zu sauer. Gleich mal den &#8220;Termin&#8221; eintragen.</em></p>
<p>Meine Finger tapsen über das Display, öffnen die Kalender-App. Verwundert blicken meine Augen auf das heutige Datum.</p>
<p><em>Komisch, warum ist da schon ein Eintrag für heute?</em></p>
<p>Neugierig tippt mein Daumen auf den heutigen Tag.</p>
<p><em>Acht Uhr. Treffen mit Jule. Was zum&#8230; . Egal&#8230; nach gestern wundert mich gar nichts mehr&#8230;</em></p>
<p>In den Details steht noch Ihre Adresse, aber keine weiteren Details.<br />
Etwas verwundert lege ich mein Smartphone zur Seite und besteige die Dusche.</p>
<p>Das warme Wasser strömt mir über das Gesicht. Rücken und Bauch werden umspült. Der Schwall aus Wasser rast meine Beine entlang und weigert sich dann im Abfluss zu verschwinden. Es windet und wirbelt sich herum, versucht das Unausweichliche zu verhindern. Ein alles verschlingender Strudel entwickelt sich. Von der Anziehungskraft seiner Nachbarn mitgerissen, begibt sich jedes noch so kleine Wassermolekül in den Abgrund. Nur wenige schaffen es sich an die Wand oder am Vorhang vorbei auf die kalten Fließen zu retten. Einige wenige jammern vor Schmerz und krallen sich am Vorhang fest. All die Schreie und einzelnen Unglücke ignorierend, greife ich nach dem Duschgel. Kälte umschließt meine Hand, als die zähe Flüssigkeit sich in sie hinein gräbt. Das Duschgel stelle ich zurück und verreibe kurz das Duschgel zwischen beiden Händen. Kleine Bläschen bilden sich und umschließen kurze Zeit später meine Haare. Ich beeile mich, und schäume mich von Kopf bis Fuß ein. Der jammernde Wasserstrahl vereinigt sich mit dem kühlen Schaum. Schenkt ihm Wärme und reißt ihn mit in den Abgrund.</p>
<p>Nach einer zweiten Runde drehe ich den Hahn zu. Die stummen schreie verklingen. Ich ziehe den Duschvorhang zur Seite und eisige Kälte schlägt mir entgegen. Einen kurzen Moment fühle ich mich wie nackt am Nordpol ausgesetzt. Das weiche Handtuch, welches ich sofort vom Haken reiße, wirkt wie ein unglücklicher Versuch mich vor der alles erfassenden, beisenden Kälte zu schützen. Ein flüchtiges Bild von mir in der Arktis mit Nichts als einem Handtuch um die Lenden schießt mir durch den Kopf. Eilig rubble ich meinen Körper trocken und zieh mir meinen Bademantel über.</p>
<p><em>Gott&#8230; Es ist Frühling und trotzdem ist mir Schweine kalt. Wie soll das erst im Winter werden. Wächst mir dann ein Eiszapfen zwischen den Beinen?</em></p>
<p>Von diesem Gedanken etwas irritiert und belustigt huscht mir ein Lächeln über die Mundwinkel.</p>
<p><em>Manchmal hab ich schon verquere Gedankengänge. Aber nun keine Zeit verlieren, ich muss gleich los.</em></p>
<p>Eilig ziehe ich mich neben dem Bett an und eile wieder ins Bad. Einen kurzen Moment stocke  und frage ich mich, wie ich meine Haare ohne Spiegel stylen soll. Erleichtert erinnere ich mich an einen Handspiegel, den eine Bekannte hier vergessen hatte. In den Schubladen meines Badschranks wühlend ergreife ich den Spiegel in der dritten und stelle ihn provisorisch auf meiner Ablage mit Hilfe  des Rasierschaums und Deo auf. Mit dem Fön trockne ich meine Mähne. Pomade bändigt sie und Haarspray festigt den Halt. Den Spiegle lege ich zur Seite und Sprühe mich mit dem Rasierschaum ein.</p>
<p><em>Halt, irgendwas ist komisch. Warum habe ich Rasierschaum auf meinen Socken? Oh verdammt&#8230;</em></p>
<p>Ich stelle den Rasierschaum zurück und benutze das Deo. Der Socken wird kurz abgewischt und mit dem Handtuch halbwegs trocken gerubbelt. Ich schlüpfe aus dem Bad und in meine Schuhe hinein.</p>
<p><em>So, kann losgehen. Noch die Jacke und dann ab nach Unten. Langsam krieg ich richtig Kohldampf.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title>Frühst… ähm brunchen</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 22:29:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adminTai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[Erleichtert schlendere ich den Weg zum Treppenhaus zurück und steige die Treppen hoch. Der Pflanze vor Valeries Wohnung schenke ich nur einen kleinen, mitleidigen Blick. Genüsslich packe ich den Selbstmord gefährdeten Schlüßel aus der Tasche und stecke ihn ins Schloss. Normalerweise schließe ich immer ordentlich ab, aber bei so kurzen Wegen muss ich nur einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erleichtert schlendere ich den Weg zum Treppenhaus zurück und steige die Treppen hoch. Der Pflanze vor Valeries Wohnung schenke ich nur einen kleinen, mitleidigen Blick. Genüsslich packe ich den Selbstmord gefährdeten Schlüßel aus der Tasche und stecke ihn ins Schloss. Normalerweise schließe ich immer ordentlich ab, aber bei so kurzen Wegen muss ich nur einmal nach rechts drehen und die Tür in mein Reich öffnet sich. Kaum bin ich durch die klaffende Öffnung geschritten fällt mir auch schon ein Notizzettel auf dem halbwegs sauberen Boden auf.</p>
<p><em>Komisch, dass der mir vorher nicht aufgefallen ist.</em></p>
<p>Genervt bücke ich mich nach ihm. Zu spät bemerke ich den Glassplitter auf der Klebefläche und schneide mir prompt in den Finger.</p>
<p>&#8220;Fuck!&#8221; <em>Fuck</em></p>
<p>Blut läuft langsam meinen Finger hinunter und tropft leise zu Boden. Unbewusst stecke ich mir den Finger in den Mund und sauge das Blut in mich hinein. Der Geschmack nach Eisen durchflutet meine Sinne. Ich wage einen kurzen Blick und muss feststellen, dass der Blutschwall noch kein Ende findet.</p>
<p><em>Warum?! Wie ich es hasse&#8230;</em></p>
<p>Den Eisengeschmack und den Finger immer noch im Mund bücke ich mich erneut nach dem Zettel, der während meiner hektischen Bewegung auf den Boden geglitten ist und nur knapp einem Bluttropfen ausweichen konnte. Vorsichtig lege ich meinen Finger an dem Glassplitter vorbei ums Papier und hebe ihn auf. Auf der Vorderseite entdecke ich eine kleine Notiz.</p>
<p><em>Vergiss bloß nicht morgen! Freu mich.</em></p>
<p><em>Und was soll mir diese Nachricht nun sagen? Oh man&#8230; Wer kommt auch auf die Idee keinen Namen dazu zu packen.</em></p>
<p>Den Glassplitter, der vermutlich vom Spiegel stammt, entferne ich vorsichtigerweise von der Klebefläche und befördere ihn in den Mülleimer. Den Zettel verstaue ich vorerst in meiner Hosentasche. Immer noch mit dem blutenden Finger im Mund gehe ich aus der Küche über den Flur in mein Zimmer. Die Arbeiten am Projekt &#8220;Zufrieden und sauber wohnen&#8221; hat leider nicht 100% gefruchtet. Dennoch bin ich halbwegs zufrieden und kann mich erleichtert meinem Schrank zuwenden. Zunächst prüfe ich aber meinen immer noch schmerzenden Finger. Erleichtert stelle ich fest, dass er endlich aufgehört hat zu bluten. Also weiter mit meinem Schrank.</p>
<p><em>Hmm&#8230; Was zieh ich denn jetzt eigentlich an? &#8230; grml&#8230; wie ich mich hasse, dass ich nicht einfach irgendwas aus dem Schrank ziehen kann&#8230; Manchmal frag ich mich ernsthaft, ob an mir eine Frau verloren gegangen ist. Nicht nur, dass ich bei der Kleiderauswahl etwas länger brauche. Nein, im Bad geht auch oft genug Zeit flöten&#8230; hmm&#8230; Eventuell einfach eine gute Jeans, das geht immer. Fangen wir aber doch bei den einfachen Sachen an. Socken. Check. Boxershort. Check. Jeans. Check. &#8230; Und das war&#8217;s dann mit den einfachen Dingen im Leben. </em></p>
<p>Geschlagene 10 Minuten verbringe ich damit, mir einen Gedanken nach dem anderen innerlich über zu ziehen. Am Ende stehe ich vor einem Berg T-Shirts, Hemden und Pullovern. Unzufrieden mache ich dann, was ich immer mache. Ich gehe erst einmal eine rauchen.</p>
<p>Auf dem Balkon erschlägt mich zuerst die frische Luft und danach jeder einzelne Strahl den die Sonne auf die Erde schickt. Als würde sich eine Myriade von Nadeln in meine Augen bohren. Blinzelnd hole ich eine Zigarette aus der Schachtel und suche mein Feuerzeug. Linke Tasche. Rechte Tasche. Potaschen. Nichts. Verzweifelt schaue ich in mein Zimmer. Nichts.</p>
<p><em>Ach verdammt&#8230; Wo versteckst du dich ?</em></p>
<p>Enttäuscht muss ich feststellen, dass ich mein Feuerzeug mal wieder verlegt habe. Was macht man nur in einer solchen Situation? Genau&#8230; anstatt noch weiter nach dem Feuerzeug zu suchen, lässt man sich eine Notlösung einfallen. Also ab in die Küche. Herdplatte an und warten. Nach wenigen Minuten der erste Versuch. Die Zigarette wird angesetzt und der Kopf bewegt sich in Richtung der Herdplatte. Kein Glimmen. Also weiter warten. Einen Augenblick der zweite versuch. Und man riecht schon, dass etwas ein bisschen verkohlt. Ein paar Züge später der erleichternde Genuss von verbranntem Tabak in meiner Mundhöhle.</p>
<p><em>Tja&#8230; gelernt ist gelernt&#8230;</em></p>
<p>Herdplatte aus und ab auf den Balkon. Wieder treffen mich die Nadeln in meinen Augapfel. Dieses mal bin ich aber vorbereitet. Mit zugekniffenen Augen stehe ich da und genieße jeden Zug. Nach wenigen Sekunden kann ich langsam den Spalt, den meine Augenlider gebildet haben, vergrößern. Bis ich Schluss endlich mit der vollen Sehkraft meiner Augen die Umgebung mustere.</p>
<p><em>Schon erstaunlich, dass der Rasen immer gepflegt ist. Kein Hund drauf geschissen hat. Und Kein Igel es gewagt hat die Grasfläche durch einen braunen Hügel zu verunstalten. Lediglich der Kirschbaum wirkt etwas traurig. Ob er wohl traurig ist, dass seine Blütezeit schon vorbei ist ?</em></p>
<p>Leise landet eine Amsel auf dem Kirschbaum und erfreut sich der wärmenden Strahlen, die ihr die Sonne spendet. Sie spreizt ihre Flügelchen von sich und putzt sie elegant mit ihrem Schnabel. Ungestört vollzieht sie dies mit jeder einzelnen Feder. Danach kratzt sie sich mit ihrem linken Beinchen am Kopf und fliegt im nächsten Moment schon wieder weiter.</p>
<p>Ich betrachte meine Zigarette, die sich bereits Gefährlich dem Filter nähert. In den letzten Zügen des Lebens einer Zigarette fragt man sich, ob sie es bereut hat.</p>
<p><em>Denkt sich eine Zigarette etwas dabei, wenn sie ihren letzten Lebenshauch an meine Lunge abgibt?</em></p>
<p>Mit diesem seltsamen Gedanken verabschiede ich mich vom Idyll Balkonien. Entspannt schreite ich der Besteigung meiner Eiger-Kleiderwand entgegen. Nachdem ich auf 39,7 cm Höhe angelangt war, entschied ich mich aus dem Stapel eines meiner Lieblings-Shirts heraus zu ziehen. Schlicht. Schwarz. Mit einem etwas größeren Ausschnitt und 3/4 Armen.</p>
<p><em>Jepp. Das geht. Jetzt noch rasieren, duschen, anziehen und Haare machen. Und verdammt, ich sollte mich beeilen. 18 Minuten sind fast zu wenig.</em></p>
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		<title>Müll entsorgen</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 19:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adminTai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wasser versiegt langsam. Ich hänge den Duschkopf wieder an seinen Platz. Jetzt nur noch abtrocknen. Beim Verlassen des Bads blickt mich die leichte Dame stoisch an. Erschöpft lehnt sie an der Wand und wartet sehnsüchtig darauf endlich Feierabend machen zu dürfen. Diesen Wunsch kann ich natürlich nicht ablehnen. Zumal sie mittlerweile mehr als genug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wasser versiegt langsam. Ich hänge den Duschkopf wieder an seinen Platz.</p>
<p><em>Jetzt nur noch abtrocknen.</em></p>
<p>Beim Verlassen des Bads blickt mich die leichte Dame stoisch an. Erschöpft lehnt sie an der Wand und wartet sehnsüchtig darauf endlich Feierabend machen zu dürfen. Diesen Wunsch kann ich natürlich nicht ablehnen. Zumal sie mittlerweile mehr als genug für mich getan hat. Selbst die Spiegelsplitter hat sie gut aufgenommen. Damit ich nicht all zu zerstört nach draußen gehe, beschließe ich, mich kurz noch umzuziehen.</p>
<p><em>Die Kleider von gestern sehen eh aus, wie &#8230; ähm Kleider von gestern mit dem Gestank einer viel zu heftigen Party. Vergleichbar mit Augenringen, die die ganze Schönheit eines Gesichts versauen. Außerdem sollen meine Nachbarn keinen schlechten Eindruck bekommen, wer weis schon, wen man im Hof so alles trifft.</em></p>
<p>Im Schrank finde ich ein Shirt, eine Jeans und ein Paar Socken. Ein Wunder, dass ich überhaupt etwas gefunden habe, denn der Inhalt glich eher dem einer Wühltheke nach dem Sommerschlussverkauf. Die Kollektion von vor 10 Jahren und davon auch schon fast nichts mehr da.</p>
<p><em>Wäsche waschen ist auch mal wieder angesagt&#8230; Einkaufen vielleicht auch. Notiere: Wäsche machen. Konto prüfen. Eventuell einkaufen gehen.</em></p>
<p>Mit neuen und vor allem sauberen, gut riechenden Kleidern wage ich mich dann auch aus meiner Tür. Mit der leichten Dame im Arm trete ich ins Treppenhaus. Vier Stockwerke muss ich nach unten. Auf der Hälfte der Strecke klirrt es auf einmal kurz hinter mir. Der Ton bewegt sich langsam Stufe für Stufe an mir vorbei, bis er schließlich kurz vor mir zum erliegen kommt. Neugierig schaue ich nach unten und stelle fest, dass mein Haustürschlüssel sich mit einem Sprung in die Freiheit verabschieden wollte. Genervt bücke ich mich nach ihm.</p>
<p><em>Ein Wunder, dass sich der Kleine keine Rippen gebrochen hat. Wer hat auch schon einen solchen Freiheitsdrang, dass er sich selbst nahe dem Suizid befindend aus einer solchen Höhe stürzt. Schlecht behandelt habe ich ihn nie. Klar er muss ständig in meiner dunklen Tasche bleiben und wird nur selten ans Licht gelassen. Und dann muss er auch noch immer herhalten und wird in ein dunkles Loch gesteckt. Aber egal, dass ist eben sein Los.</em></p>
<p>Eine bekannte Frauenstimme reißt mich aus den Gedanken und von den Füßen.</p>
<p>&#8220;Klar doch Marie, wenn ich&#8217;s dir doch&#8230; Verdammt&#8230; Oh&#8230; ähm&#8230; Sorry.&#8221;</p>
<p>Die Position in der ich gelandet bin sieht mehr als komisch aus. Im Doggy-Style liege ich auf der leichten Dame. Sie ächzt und windet sich. Mit jeder Bewegung meinerseits wird Ihre Lage nur noch schlimmer. Bis meine Arme endlich den Boden berühren und ich mich abstützen kann.  Vom ersten Schock befreit, schaffe ich es irgendwie vom Müllsack zu rutschen und auf meinem Hintern zu landen. So sitze ich da und schaue verstört meine sexy Nachbarin an.</p>
<p>Verdutzt und leicht gerötet steht sie auf dem vorletzten Treppenabsatz und schaut mich unschuldig an.</p>
<p>&#8220;Valerie. War ja irgendwie klar.&#8221;</p>
<p>&#8220;Sorry, hab dich nicht gesehen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wie auch, mit deinem Handy am Ohr. Und ins Gespräch vertieft. Den Kaffeeklatsch des Tages loswerden oder?&#8221;</p>
<p>&#8220;Hey, jetzt aber mal halblang.&#8221;</p>
<p>Aus dem Handy säuselt eine weibliche Stimme: &#8220;Süße, alles klar bei dir?&#8221;</p>
<p>Valerie nimmt provokant ihr Handy ans Ohr und antwortet: &#8220;Klar doch. Nur so ein Depp, der nicht weis wie man eine Treppe benutzt und mir jetzt die Schuld gibt. Aber hey, ich ruf dich in fünf Minuten nochmal an.&#8221; Sie drückt den Auflege-Knopf und widmet sich wieder mir.</p>
<p>&#8220;So, nun aber mal zu dir. Gestern Nacht habe ich mir etwas anders vorgestellt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wieso? War doch bekannt, dass ich eine Party schmeiße.&#8221;</p>
<p>&#8220;War da auch eingeplant, dass irgendwer in meine Blumen pisst und danach meinen Vorleger vollkotzt?&#8221;</p>
<p>&#8220;Was? Nicht dein Ernst oder?&#8221;</p>
<p>&#8220;Und wie das mein Ernst ist!&#8221;</p>
<p><em>Oh Gott. Valerie wütend&#8230; Schlimmer als ein kleiner Hobbit der nach Auenland zurückkehrt und nur Sklaverei und Zerstörung vorfindet.</em></p>
<p>&#8220;Ähm&#8230; Sorry. Ich komm gleich vorbei und mach alles weg.&#8221;</p>
<p>&#8220;Brauchst nicht. Denkst du ich lass das Zeug einfach paar Stunden in der Sonne vor sich hinköcheln?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ok, ok. Sorry. Kann mich nur entschuldigen&#8230; Obwohl&#8230; Wie wär&#8217;s mit einem Frühstück auf meine Kosten?&#8221;</p>
<p>Die finstere Miene in Valeries Gesicht löst sich langsam auf. &#8221;Hmm&#8230; Ist zwar schon etwas spät dafür, aber Brunchen geht sicherlich immer.&#8221; Ein kleines verschmitztes Lachen zeichnet sich auf Ihren Lippen ab.</p>
<p>&#8220;Klar doch. Gib mir 30 Minuten und wir treffen uns dann unten.&#8221;</p>
<p>&#8220;Gut. Dann bis gleich, wollte eben nur kurz Zigaretten holen.&#8221;</p>
<p>Erleichtert lasse ich Valerie an mir vorbeigehen und schnappe mir den Müllsack. Die leichte Dame sieht zwar schon etwas zermanscht aus, zum Glück hat sie aber alles drinnen behalten. Kaum vorzustellen, was für ein Aufriss das geworden wäre.</p>
<p>Mit der leichten Dame über meine Schulter gelegt schlendere ich zum Müllcontainer und geb sie Ihrem Schicksal hin.</p>
<p><em>Tja. Müll durch Frühstück&#8230; ähm Brunch ersetzt. Kein schlechter Deal.</em></p>
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		<title>Bad sauber machen</title>
		<link>http://www.todo-buch.de/kapitel1/bad-sauber-machen/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 21:21:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adminTai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufgequellte Hände. Schweiß auf der Stirn, der sich langsam seinen Weg in die Tiefe sucht. Nasse Socken, die sich danach sehnen in der Sonne zu hängen. Haare die nach der nächsten Dusche schreien.So stehe ich, halbwegs glücklich mit dem geleisteten, in der Küche und bewundere nachdenklich mein Werk. Auf meiner Stirn sind unter dem salzigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aufgequellte Hände. Schweiß auf der Stirn, der sich langsam seinen Weg in die Tiefe sucht. Nasse Socken, die sich danach sehnen in der Sonne zu hängen. Haare die nach der nächsten Dusche schreien.So stehe ich, halbwegs glücklich mit dem geleisteten, in der Küche und bewundere nachdenklich mein Werk. Auf meiner Stirn sind unter dem salzigen Rinnsal kleine Fältchen zu erkennen.</p>
<p><em>Verdammt. Komm schon. Irgendwo da drin muss doch einfach alles sein. Bisher hattest du doch nie einen Filmriss&#8230; Tom, der sich mal wieder an alle Weiber ran gemacht hat. Dennis, diesmal ohne Schildcab. Jule, die wie immer ziemlich heiß war. zwei Unbekannte Freundinnen von Jule&#8230; Wie hießen die nochmal?&#8230; Dein Namensgedächtnis war echt schon immer scheiße&#8230; Mario und seine Freundin Klara. Stefan und sein Kumpel Diego. &#8230; Die besten &#8220;Freunde&#8221;, wenn da mal nicht mehr läuft&#8230; Und dieser  Kerl mit dem Mädel. Oh man ich weis nicht &#8216;mal mehr wie die aussah&#8230;</em></p>
<p><em>Ok, das dürften so ziemlich Alle gewesen sein. Aber was zum Teufel ist nach der Spagetti-Orgie passiert?  Mir fällt&#8217;s einfach nicht ein. Vielleicht sollte ich erst einmal duschen und einen klaren Kopf bekommen.</em></p>
<p>Die Falten auf meiner Stirn hatten sich noch nicht wirklich gelegt, als sie sich schon auf ihren nächsten Einsatz einstellen mussten. Mit einer hochgezogenen Augenbraue und offenem Mund stehe ich ungläubig vor dem Desaster in meinem Bad. Kein Pflegemittel steht mehr an seinem Platz. Mein Duschvorhang krümmt sich wehrlos am Boden. Um und im Klo spielen Spagetti Toter Mann. Auf dem Boden verteilt liegen die Überreste des Spiegels. Unfassbarer Ärger macht sich in mir breit. Ein lautes &#8220;Fuck!&#8221; entfährt mir. &#8220;Man, man, man, man, man&#8230; Kann man nicht einfach mal feiern ohne das irgendetwas zu Bruch gehen muss. Wenn ich nur wüsste wer&#8230;&#8221;. Ich schlucke meinen Ärger hinunter.</p>
<p><em>Hat doch jetzt eh keinen Sinn, du erinnerst dich nicht einmal mehr daran was gestern im Rest der Wohnung passiert ist. Neuer Punkt auf deiner Liste. Abarbeiten.</em></p>
<p>Mies gelaunt und immer noch verärgert schnappe ich mir die ersten Pflegeutensilien und packe sie in die Dusche. Als nächstes wird der Duschvorhang aus der Tür gepfeffert. Mit dem gewonnen Platz, der bei einem 5qm Bad riesig wirkt, bin ich weitestgehend zufrieden. Die Spagetti im Klo müssen sich dem Strudel aus Tomatensoße und Wasser hingeben, nachdem ich die Spültaste gedrückt habe.  Ein kleiner widerspenstiger Trupp hält aber leider seine Position am Duftspüler, der nur widerwillig ein frisches Arome verbreitet. Vermischt mit dem Geruch von halb verdauter Spagetti Napoli erzeugt dies einen Würgereiz in mir, den ich aber tapfer ignoriere. Mit der Klobürste entferne ich die letzten Reste am Duftspüler. Erneut ertönt der Donner in meinem Spülkasten, schreiende Massen an Wasser ergießen sich auf die Opfer und reisen sie mit sich. Dann Stille.</p>
<p>Die neben dem Klo stehende Scheuermilch ergießt sich nach einem kräftigen Druck aug einem Großteil des WCs. Ein Lappen gibt sich dem Wasserstrahl im Waschbecken hin. Ausgewrungen verteilt er den Erguss auf dem Klo. Mit einer Hand die Nase zuhaltend und mit der anderen in leicht kreisenden Bewegungen die Toilette säubernd, stehe ich gebückt in meinem Bad. Immer wieder unterbrochen vom Reinigen des Lappens findet aber auch dieser Anblick ein baldiges Ende.</p>
<p>Blitzend lacht das Klo den Rest des Inventars an. Beschämt schreien diese förmlich danach auch endlich geputzt zu werden. Ein Schritt zurück und das Unglück hätte fast seinen Lauf genommen. Knapp vor einem Spiegelsplitter setzt mein linker Fuß auf. Nicht auszumalen wo das hätte enden können. Kratzend und flehend ergeben sich die Splitter nach wenigen Sekunden meinem zweiten Offizier, dem Besen, und werden vom Gefreiten Schaufel abgeführt. Beide hatten sich zugegebenermaßen schon ein wenig in der Küche gelangweilt und waren froh über diesen Einsatz.</p>
<p>Weiter geht es mit dem Waschbecken und der Ablage. Wieder spritzt die Scheuermilch. Abermals schwinge ich den feuchten Lappen. Blitzblank lacht auch diese schlussendlich in die Runde. Die Dusche wird schon ganz rot vor Neid. Bevor ich jedoch auch diese Beglücken kann, muss ich zunächst die Cremes, Wässerchen und Parfums auf ihren Platz stellen. In Reih und Glied salutieren sie mir von der Ablage. Froh bald wieder in bequemer Haltung ein Nickerchen halten zu können.</p>
<p>Voller Spannung erwartet mich die Dusche. Je näher ich ihr komme desto aufgeregter wirkt sie. Scheuermilch verteilt sich auf ihr. Mit massierenden Bewegungen rücke ich jeder Fuge der Kachelung auf den Leib. Glückerfüllt bedankt sich die Dusche bei mir mit einem Schwall Wasser.</p>
<p><em>Na toll. Ich wollte eigentlich erst später duschen&#8230;</em></p>
<p>Ich greife mir den Duschkopf und spüle die Dusche aus.</p>
<p><em>Anstrengender als man glaubt, aber wieder ein Punkt weniger.</em></p>
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		<item>
		<title>Küche aufräumen</title>
		<link>http://www.todo-buch.de/kapitel1/kuche-aufraumen/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 15:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adminTai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[Der bekannte Schrecken läuft mir den Rücken zum zweiten mal hinunter, als ich die Küche betrete. Benommen vom Schmerz leere ich die Spüle, um sie danach mit heißem Wasser zu füllen. Ich brauch unbedingt eine Spülmaschine&#8230; Genüsslich springen die Gläser ins Wasser und planschen ein bisschen, bevor sie von harter Hand zurück in die Kälte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der bekannte Schrecken läuft mir den Rücken zum zweiten mal hinunter, als ich die Küche betrete. Benommen vom Schmerz leere ich die Spüle, um sie danach mit heißem Wasser zu füllen.</p>
<p><em>Ich brauch unbedingt eine Spülmaschine&#8230;</em></p>
<p>Genüsslich springen die Gläser ins Wasser und planschen ein bisschen, bevor sie von harter Hand zurück in die Kälte gerissen werden. Durchgeknetet und gut gesäubert reihen sie sich langsam in einer erstaunlichen Ansammlung aus glänzenden Diamanten ein. Die Warteschlange an Geschirr wird immer kleiner und trocknet nach einem kurzen Bad im schattigen Idyll. Herausgeputzt warten sie auf das weiche Handtuch. Da muss ich sie leider enttäuschen, keine Zeit um jetzt noch alles abzutrocknen. Außerdem fehlt mir ein sauberes Plätzchen. Mit meinen verschrumpelten Händen greife ich nach einem Eimer und den nötigen Putzmitteln unter meiner Spüle. Bewaffnet mit einer Chemiekeule und dem Allheilmittel gegen Schmutz, heißes Wasser, muss sich mir einfach ein Tomatenfleck nach dem anderen ergeben. Ein unbeschreiblicher Schmerz zeiht sich von meiner Hand über den Arm bis hin zur Schulter, als ich den Lappen eintauche. Blitzschnell ziehe ich meine Hand zurück und schüttle sie.</p>
<p><em>Zu heiß&#8230; verdammt.</em></p>
<p>Entschlossen packe ich den Eimer und fülle etwas kaltes Wasser nach. Prüfend stecke ich zögernd meinen Zeigefinger ins Wasser. Bestätigend folgt der Rest und dreht sich triumphierend im Kreis. Eine kleine Haube aus Schaum bildet sich. So bewaffnet wage ich den Ausbruch und schwinge triumphierend meinen Lappen.</p>
<p>Die Spagetti hätten wohl besser einen Schwimmkurs besucht. In der sich langsam rot färbenden Flüssigkeit haben sie keine Überlebenschance und sinken leichenblass auf den Grund des Eimers. Schweiß tropft mir von der Stirn. Meine Hände fühlen sich an, als würden sie sich bald dem Wasser hingeben und sich einfach in ihm lösen. Kaum vorzustellen, wie es sich ohne Hände leben würde.</p>
<p>Mit letzter Kraft gehe ich meinen Kühlschrank an.</p>
<p>Gähnende Leere und Kälte schlägt mir entgegen. Einzig der Trupp Eier der kurz vor dem Salmonellen-Kollaps steht, kämpft wacker um seine Daseinsberechtigung und dem rettenden Handgriff der sie endlich in die Wärme zieht. Flehend schauen sie mich an. Gnädig greife ich zu und führe sie der leichten Dame zu. In Gedanken grinse ich vor mich hin.</p>
<p><em>So viele Eier wird selbst die noch nicht auf einem Haufen gesehen haben.</em></p>
<p>Einem noch leereren Kühlschrank gegenüberstehend, schnappe ich mir den Lappen und denEimer. Jämmerlich versuche ich getrocknete Tomatensoße und Marmeladenflecken zu entfernen.</p>
<p>Manchmal glaube ich, man muss mindestens eine dreijährige Ausbildung abgeschlossen haben um wirklich effektiv und gründlich putzen zu können. Oft genug erwische ich mich mit dem Gedanken, einfach alles stehen und liegen zu lassen und mir endlich eine Putzfrau zu leisten. Wo Profis gebraucht werden, sollte man auch Profis ran lassen.</p>
<p>Etliche Minuten später glänzt der Kühlschrank zwar nicht wie aus dem Ei gepellt, aber er sieht zumindest einigermaßen danach aus, als ob er dazu in der Lage wäre, mein Essen gesund zu lagern.</p>
<p>Was man vom Rest der Küche nicht behaupten kann. Frisches und vor allem nicht zu heißes Wasser füllt langsam meinen Putzeimer. Man lernt ja schließlich aus Fehlern. Frisch bewaffnet führe ich die vorerst letzte Schlacht in diesem Raum. Putzlappen schwingen wie Schwerter durch die Luft. Jeder noch so kleine Fleck fällt ihnen zum Opfer. Hier und da kommt es zu schwereren Handgreiflichkeiten und lauten Flüchen, aber am Ende muss sich mir doch jeder noch so grausame Gegner ergeben. Mit einem Tomatenfleck an der Wand über meiner Waschmaschine habe ich etwas länger zu kämpfen. Ich rate jedem dazu seine Küche zu fließen. Das erspart ungemein viel Arbeit. So muss ich jedoch feststellen, dass Tomatenflecken auf weiß gestrichenen Wänden nicht so einfach zu bezwingen sind. Verzweifelt und voller Wut im Bauch durchwühle ich mein Chemielager. Irgendwo wird sich schon ein noch unberührtes Kampfmitelchen auftun. Tatsächlich halte ich wenige Wühlversuche später eine Flasche mit scharfem Allzweckreiniger in der Hand. Schon beim öffnen erfasst mich der beißende Geruch. Mein Excalibur der Putzmittel wiegt etwas schwer in der Hand. Dennoch wird, ohne Gewissensbisse, zum ersten Hieb angesetzt. Man sieht dem Fleck förmlich seine Angst in den imaginären Augen an. Entsetzt weicht er Stück für Stück zurück. In eine Ecke gedrängt, fleht er zum letzten Mal um sein Leben, bevor der letzte Streich ihm das Ende bringt. Mit einer gewissen Genugtuung Wasche ich den Lappen und meine Hände unter dem Wasserhahn.</p>
<p><em>Der Nächste Punkt kann also abgehakt werden.</em></p>
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		<item>
		<title>Wohnung aufräumen</title>
		<link>http://www.todo-buch.de/kapitel1/wohnung-aufraumen/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 15:22:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adminTai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenigstens spielt das Wetter mir heute keinen Streich. Sonne wärmt meinen ausgelaugten Körper. Ein paar Minuten bleibe ich stehen und genieße die Ruhe mit einer Zigarette in der Hand. Es geht doch nichts am Morgen über frische Luft, eine Zigarette und die Erinnerungen an gestern Nacht&#8230; zumindest die, die ich noch habe. Ok, ein Kaffee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenigstens spielt das Wetter mir heute keinen Streich. Sonne wärmt meinen ausgelaugten Körper. Ein paar Minuten bleibe ich stehen und genieße die Ruhe mit einer Zigarette in der Hand.</p>
<p><em>Es geht doch nichts am Morgen über frische Luft, eine Zigarette und die Erinnerungen an gestern Nacht&#8230; zumindest die, die ich noch habe. Ok, ein Kaffee wäre noch geil. Nur erst einmal welchen im Haus haben&#8230;</em></p>
<p>Vom ersten Schock erholt und mit Hilfe der Tabletten, welche langsam Ihre Wirkung zeigen, traue ich mich wieder zurück auf den Müllberg, welcher sich Wohnung schimpft. Schon beim betreten überkommt mich ein Gefühl der Hilflosigkeit.</p>
<p><em>Wie in aller Welt soll ich aus diesem Desaster einen einigermaßen lebensfreundlichen Ort machen?</em></p>
<p>Mein Blick wandert durchs Zimmer.</p>
<p>Die Konzertbesucher liegen mittlerweile erschöpft vor meinem Bett und erholen sich von meinem Auftritt. An eine Wand gelehnt wartet eine leichte Dame namens Müllsack auf mich, welche gestern wohl nicht all zu große Kundschaft hatte. In einem Meer aus Tellern und Gläsern strampelt mein Laptop mit seinen letzten Kräften, um nicht unterzugehen. Verwundert erfasst mein Blick wieder das Bett. Entsetzen macht sich auf meinem Gesicht breit. Kaum vorzustellen, wie ich die Nacht in einem solchen Seuchenherd überhaupt überleben konnte. Blutflecken aus Rotwein, deren Ursprung unwillkürlich von den Einschusslöchern der Zigaretten stammen muss, überziehen mein gesamtes Bett. Undefinierbare Flecken, deren Geruch stark an Bier erinnert, verzieren die Ränder meiner Bettlaken. Unter einem Kopfkissen lugt ein Stück BH hervor.</p>
<p><em>Komisch, ich erinnere mich gar nicht an den Inhalt von diesem Teil.</em></p>
<p>Neugierig zieh ich das schwarze, mit Spitze verzierte Etwas unter meinem Kopfkissen hervor. Nach einer gründlichen Untersuchung komme ich einfach nicht darauf, wer den hier vergessen haben könnten und lege ihn vorsichtshalber auf meinen Nachttisch. Wohl einer der wenigen Überlebenden des gestrigen Absturzes. Behutsam fange ich damit an, meine Fans der leichten Dame zuzuführen. Ohne Murren und mit etwas Genugtuung über das unverhoffte Geschäft, kümmert sie sich ausgesprochen fürsorglich um Ihre Kundschaft. Als nächstes wird meinem Laptop ein Rettungsring zugeworfen. Erschöpft klammert es sich an meinen Arm und wird dann sanft auf dem Nachttisch abgelegt. Teller und Gläser werden gestapelt und in die Küche geschafft.</p>
<p>Als ich die Küche betrete trifft es mich wie mit einem Hammer vor den Kopf. Fast von den Füßen fallend schaffe ich es gerade noch, halt am Türrahmen zu finden.</p>
<p><em>Das wird eine heiden Arbeit hier drin.</em></p>
<p>Tomatensoße klebt an Decke, Fußboden, Tisch, Backofen, einfach überall. Dazwischen liegen und hängen vereinzelte Überreste von Spagetti. Eventuell wäre es doch besser gewesen, meine berühmten Spagetti Napoli gegen ein paar gelieferte Pizzas auszutauschen. Etwas zurückhaltend und mit Zweifeln, ob ich das Chaos überhaupt noch ordnen kann, begebe ich mich in den Raum, der zuvor eine Küche darstellte. In der Unordnung entdecke ich noch einen freien Platz auf meinem Glastisch. Nacheinander ergänzen verdreckte Gläser und Teller den eh schon desaströsen Zustand meiner Küche. Zurück in meinem Schlaf- und Wohnzimmer muss ich eine schwerwiegende Entscheidung fällen. Bettdecken und Kissen entweder versuchen zu retten oder gleich aufzugeben und der Mülltonne zuzuführen. Nach gründlicher Untersuchung der Patienten entscheide ich mich, kurzen Prozess zu machen. Alles wandert auf einen Berg im Flur, wohin sich bereits die erschöpfte Mülltüte zurückgezogen hatte. Mit einem erleichterten Seufzer stelle ich fest, dass die gröbste Arbeit zumindest in diesem Zimmer erledigt ist. Zeit, um den Tatort Küche anzugehen.</p>
<p><em>Ein Punkt weniger auf meiner Liste.</em></p>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 15:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adminTai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Stumm liege ich in meinem Bett und wage es nicht meine Augen zu öffnen. Exotische Gerüche strömen in meine Nase, meine Beine berühren Etwas feuchtes. Mein Körper fühlt sich ausgelaugt an. Kopfschmerzen breiten sich, wie die Wellen auf einem See, in meinem Schädel aus. Es muss ein furchtbar großer Stein gewesen sein, welcher da in den See geplumpst ist. Da, noch einer, und noch einer. Mit schmerzverzerrtem Gesicht richte ich mich in meinem Bett auf. Mit zugekniffenen Augen suche ich nach meiner all zeit bereiten Wasserflasche. Meine Hände durchpflügen suchend die Leere. Keine Wasserflasche in greifbarer Nähe. Entmutigt öffne ich die Augen und prüfe die nähere Umgebung. Auch sie müssen enttäuscht aufgeben. Gleichzeitig bot sich mir der Anblick, welchen ich versucht habe zu vermeiden. Am anderen Ende meines Bettes wartet eine gespannt Konzertbesuchermenge, bestehend aus den verschiedensten Flaschen unbestimmter Art &#8211; größtenteils Alkoholika – auf Ihren Star. Als dieser die   Bühne betritt, können sie nicht mehr an sich halten und beginnen zu jubeln  und zu kreischen. Hier und da fallen Mädchen in Ohnmacht und werden von Sanitätern aus der Menge gezerrt. Der Lärm der umfallenden Flaschen gibt mir den letzten Rest. Eine Myriade an Nadeln durchbohrt meinen Kopf. Jetzt ist es endgültig Matsch. Nicht das es sich zuvor schon wie viel zu lang gekochter Pudding angefühlt hätte. Verzweifelt hechte ich von der Bühne und stürze mich zum Schrank gegenüber. Schubladen öffnen sich. Der Inhalt wird ungestüm durchforstet und enttäuscht wieder ins Dunkel geschickt. Mit erfolgversprechendem Lächeln ziehe ich meine Hand aus der letzten Ansammlung von Wässerchen und Mitelchen der modernen Medizin. Kopfschmerztabletten wandern von meiner Hand in den Mund und werden, trocken wie sie sind, hinuntergeschluckt.</p>
<p>Erstmal raus an die frische Luft. Auf den Balkon.</p>
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