17
Juli
2011

Prolog

Stumm liege ich in meinem Bett und wage es nicht meine Augen zu öffnen. Exotische Gerüche strömen in meine Nase, meine Beine berühren Etwas feuchtes. Mein Körper fühlt sich ausgelaugt an. Kopfschmerzen breiten sich, wie die Wellen auf einem See, in meinem Schädel aus. Es muss ein furchtbar großer Stein gewesen sein, welcher da in den See geplumpst ist. Da, noch einer, und noch einer. Mit schmerzverzerrtem Gesicht richte ich mich in meinem Bett auf. Mit zugekniffenen Augen suche ich nach meiner all zeit bereiten Wasserflasche. Meine Hände durchpflügen suchend die Leere. Keine Wasserflasche in greifbarer Nähe. Entmutigt öffne ich die Augen und prüfe die nähere Umgebung. Auch sie müssen enttäuscht aufgeben. Gleichzeitig bot sich mir der Anblick, welchen ich versucht habe zu vermeiden. Am anderen Ende meines Bettes wartet eine gespannt Konzertbesuchermenge, bestehend aus den verschiedensten Flaschen unbestimmter Art – größtenteils Alkoholika – auf Ihren Star. Als dieser die Bühne betritt, können sie nicht mehr an sich halten und beginnen zu jubeln und zu kreischen. Hier und da fallen Mädchen in Ohnmacht und werden von Sanitätern aus der Menge gezerrt. Der Lärm der umfallenden Flaschen gibt mir den letzten Rest. Eine Myriade an Nadeln durchbohrt meinen Kopf. Jetzt ist es endgültig Matsch. Nicht das es sich zuvor schon wie viel zu lang gekochter Pudding angefühlt hätte. Verzweifelt hechte ich von der Bühne und stürze mich zum Schrank gegenüber. Schubladen öffnen sich. Der Inhalt wird ungestüm durchforstet und enttäuscht wieder ins Dunkel geschickt. Mit erfolgversprechendem Lächeln ziehe ich meine Hand aus der letzten Ansammlung von Wässerchen und Mitelchen der modernen Medizin. Kopfschmerztabletten wandern von meiner Hand in den Mund und werden, trocken wie sie sind, hinuntergeschluckt.

Erstmal raus an die frische Luft. Auf den Balkon.